iGZ- und BAP-Tarifverträge zur Tariflohnerhöhung am 1. April 2020

Pünktlich zur lang erwarteten offiziellen Tariflohnerhöhung am 1. April 2020 liegen endlich auch die Tarifverträge von iGZ und BAP vor. Was ist daran neu?

Neue Lohntabellen in den Tarifverträgen von BAP und iGZ

Neue Entgeltgruppen

Ab dem 1. Juli 2020 regeln die Tarifverträge neue Entgeltgruppen wie folgt:

  • Entgeltgruppe 2a: Tätigkeiten, die eine Anlernzeit erfordern oder für die fachbezogene Berufserfahrung oder für fachspezifische Kenntnisse erforderlich sind.
  • Entgeltgruppe 2b: Tätigkeiten, für die eine fachspezifische Qualifikation erforderlich ist.
  • Entgeltgruppe 3: Tätigkeiten, für die eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung erforderlich ist.
  • Entgeltgruppe 4: Tätigkeiten, für die Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sind, die durch eine mindestens dreijährige Berufsausbildung vermittelt werden. – Die Entgeltgruppe 4 ist damit bereits ab dem ersten Tag einschlägig, an dem ein Facharbeiter mit dreijähriger Berufsausbildung eingesetzt wird; der einjährige Bewährungsaufstieg entfällt hier.

HK2-Kommentar

Hier gilt der alte Grundsatz: „Man ist eingruppiert und wird nicht eingruppiert.“ Ein möglicher Wechsel der Entgeltgruppe ab dem 1. Juli 2020 vollzieht sich also automatisch und muss dementsprechend nicht vereinbart werden. Dennoch wird die Bundesagentur für Arbeit zukünftig eine entsprechende Mitteilung an die betroffenen Arbeitnehmer erwarten.

Urlaubsanspruch (BAP und iGZ)

Ab dem Urlaubsjahr 2021 beträgt der Urlaub

  • im ersten Jahr 25 Arbeitstage,
  • im zweiten und dritten Jahr 27 Arbeitstage,
  • ab dem vierten Jahr 30 Arbeitstage.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld (BAP und iGZ)

Ab dem Kalenderjahr 2021 bestimmt sich die Höhe des Urlaubs- und Weihnachtsgelds entsprechend der nachfolgenden Tabelle:

Betriebszugehörigkeit

 

Kalenderjahr

2021

 

2022

 

2023

nach dem 6. Monat

jeweils 150 € brutto

jeweils 180 € brutto

jeweils 200 € brutto

im 2. und 3. Jahr

jeweils 200 € brutto

jeweils 250 € brutto

jeweils 300 € brutto

ab dem 4. Jahr

jeweils 225 € brutto

jeweils 325 € brutto

jeweils 400 € brutto

 

Neu ist hier, dass Gewerkschaftsmitglieder eine Erhöhung verlangen können, sofern sie dem Arbeitgeber bei Fälligkeit ihre zwölfmonatige Mitgliedschaft nachweisen:

Betriebszugehörigkeit

 

Kalenderjahr

2021

 

2022

 

2023

nach dem 6. Monat

jeweils 50 € brutto

jeweils 70 € brutto

jeweils 100 € brutto

im 2. und 3. Jahr

jeweils 100 € brutto

jeweils 120 € brutto

jeweils 200 € brutto

ab dem 4. Jahr

jeweils 150 € brutto

jeweils 200 € brutto

jeweils 350 € brutto

 

Besonderheiten im iGZ-Tarifvertrag

Im iGZ-Tarifwerk gab es weitere Anpassungen:

Regelungen zu Arbeitszeitkonten

Neu im iGZ-Tarifvertrag sind die Regelungen zu Arbeitszeitkonten. Danach darf der Arbeitgeber das Arbeitszeitkonto auch durch negative Buchungen ohne Zustimmung des Arbeitnehmers belasten; erstmalig auch bis zu einem Minus von bis zu 105 Stunden. Ebenfalls neu ist die Ausgleichsregelung für das Arbeitszeitkonto: Es ist spätestens am Ende des Kalenderjahres auszugleichen. Allerdings: Ist in diesem Zeitraum der Zeitausgleich aus betrieblichen Gründen nicht möglich, kann ein Übertrag in den nächsten Ausgleichszeitraum mit maximal 130 Stunden erfolgen.

Mehrarbeitszuschläge

Die BAG-Rechtsprechung hat Mehrarbeitszuschläge bereits seit gut einem Jahr auch für Teilzeitkräfte durchgesetzt. Diese Rechtsprechung wurde nun in das Tarifwerk umgesetzt. Danach ist jene Arbeitszeit zuschlagspflichtig, welche die individuelle regelmäßige monatliche Arbeitszeit um 14,28 Prozent übersteigt.